Art der Erkrankung

Cushing Syndrom, auch Hyperadrenokortizismus genannt, ist eine Krankheit, bei welcher die Nebennieren zu viel Kortisol produzieren.

Unter normalen Bedingungen wird eine kleine Menge Kortisol in den Nebennieren produziert. Kortisol ist ein Hormon, welches lebenswichtig für viele Funktionen des Körpers ist. Das Hormon aktiviert die Bildung von bestimmten Proteinen/Enzymen. Im Stoffwechsel sichert es uns die Energieversorgung und mobilisiert Energiespeicher. Eine weitere Eigenschaft des Kortisols ist die entzündungshemmende Wirkung. Das Kortisol beeinflusst das Immunsystem, das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislaufsystem, unser Körper kann dadurch angemessen auf Stress reagieren.

Es gibt drei Varianten des Hyperadrenokortizismus:

Den zentralen (hypophysären) Hyperadrenokortizismus, bei welchem ein Tumor der Hirnangsdrüse vorliegt. Der Tumor produziert Hormone, die wiederum die Nebenniere zu einer übermässigen Produktion von Kortisol anregen. Es handelt sich häufig um gutartige Tumore. Beim Hund ist dies die häufigste Krankheitsform.

Beim peripheren (adrenalen) Hyperadrenokortizismus sitzt der Tumor in der Nebenniere und produziert eigenmächtig Kortisol, eine normale Regulation des Körpers fehlt. Gutartige und bösartige Tumore treten etwa gleich häufig auf.

Zum sogenannten iatrogenen Cushing kommt es durch langfristige Gabe von Kortison-Präparaten.

Die Ursachen

Ein Cushing Syndrom entwickelt sich bei Hunden meist ab einem Alter von sechs Jahren. Es besteht keine offensichtliche Geschlechtsprädisposition. Zu den häufigsten betroffenen Hunderassen zählen alle Pudelrassen, Dackel, verschiedene Terrierrassen, DSH, Beagle, Labrador Retriever und Boxer. Durch die übermässige Kortisolproduktion kommt es zu klinischen Symptomen und körperlichen Veränderungen.

Die Symptome

Zu den Symptomen eines Cushing Syndroms gehören vermehrtes Trinken und Urinieren, gesteigerter Appetit, Hecheln, vergrösserter Bauchumfang, Haarverlust, Schwäche, Apathie, die Haut kann sich schwärzlich verfärben, wird dünner und es kann zu Mitessern kommen. Es kann auch zu Calciumeinlagerungen in der Haut kommen (Calcinosis cutis). In seltenen Fällen kann ein hypopysärer Tumor zu neurologischen Symptomen (z.B. Epilepsie) führen.

Die übermässige Kortison Menge im Blut führt zu typischen Blutbildveränderungen, die neben den klinischen Veränderungen den Verdacht erhärten können.

Die Diagnose

Mittels spezifischer Testverfahren im Blut kann die Diagnose Cushing bestätigt werden. Ferner kann eine Unterscheidung zwischen einem zentralen oder peripheren Cushing vorgenommen oder die Funktion der Hypophysen-Nebennierenachse überprüft werden. Eine Urinuntersuchung kann weitere Hinweise auf einen Cushing liefern. Weitere diagnostische Schritte können Ultraschall des Abdomens, CT oder MRI des Kopfes oder Abdomens sein.

Die Behandlung & Therapie

Ist die Diagnose gesichert, kann eine medikamentöse Therapie gestartet werden. Die Therapie wird durch Bluttests und Urinuntersuchungen in regelmässigen Abständen kontrolliert.

Die gängigste Therapiemethode ist die Verabreichung von Tabletten. Bereits nach kurzer Zeit sind Behandlungserfolge zu verzeichnen. Die ersten Krankheitszeichen, welche unter Behandlung verschwinden sind das übermässige Trinken und Pinkeln. Die Trinkmenge kann von den Besitzern gemessen werden, um den Therapierfolg zu überprüfen. Der Allgemeinzustand betroffener Hunde normalisiert sich unter der Behandlung ebenfalls in kurzer Zeit. Andere Symptome wie zum Beispiel die Hautveränderungen verbessern sich erst nach längerer Therapiedauer. Eine Behandlung mit Medikamenten muss lebenslang durchgeführt werden.

Bei einem Nebennierenrindentumor kann die befallene Nebenniere auch operativ entfernt werden.

Geschrieben von

Anna Geissbühler Philipp

Dr.med.vet. FVH für Kleintiermedizin
Dipl. Verhaltenstierärztin STVV

Anna Geissbühler Philipp ist seit 1991 Diplomierte Tierärztin im Kleintierbereich. Eröffnung der eigenen Praxis 1998. Durch ihre langjährige Erfahrung im Bereich Kleintiermedizin und laufenden Weiter- und Fortbildungen, vor allem in den Bereichen der Inneren Medizin, verfügt Sie über ein grosses Know-How und Wissen. Dieses gibt Sie aktiv an Ihre Mitarbeiterinnen und Auszubildenden weiter. Zusätzlich hat sich Anna Geissbühler Philipp im Bereich der Verhaltsmedizin weitergebildet und 2006 mit Diplom zur Verhaltenstierärztin abgeschlossen.